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Walnuss Likör Rezept

Walnuss Likör

Letztes Jahr im Advent bot mir eine Freundin ein Gläschen Walnuss-Likör ihrer Oma an. Ich war sprachlos und verblüfft über das Geschmacksfeuerwerk dieses unscheinbaren Digestifs. Auf meine Frage nach dem Rezept musste sie leider passen. Ihre Großmutter war schon vor 15 Jahren gestorben und der Walnuss-Likör befand sich im biblichen Alter von 24 Jahren. Meine Neugier war geweckt, das musste ich auch unbedingt selbst ausprobieren. Nach vielen Nuss-Schnaps-Gesprächen mit Freunden und Bekannten machte ich mich also ans Werk selber ein Rezept aushecken. Eigentlich als langjähriges Forschungsprojekt geplant, habe ich gleich beim ersten Versuch einen Volltreffer gelandet und bin vollkommen glücklich mit dem Geschmack des Likörs. Als Verdauerli bestens geeignet, hole ich ihn gerne nach einem schweren Mahl heraus. Zur Sicherheit möchte ich noch erwähnen, dass er zum Anbechern nicht geeignet ist. Man trinkt davon wirklich nur eine Schnapsglasmenge. In Österreich wird der Walnuss-Likör gern Nuss-Schnaps genannt. Er ist aber kein Brand wie man dem Namen nach vermuten würde, sondern ein dunkler Likör.

Rezept für generationenübergreifendes Verdauerli
Die Nüsse müssen grün und unreif sein. Weiters dürfen sie nicht zu hart sein. Normalerweise sind Walnüsse im Juni zum Ernten genau richtig. Walnüsse waschen und vierteln. (komplett mit Schale) Am besten Handschuhe anziehen und die Nüsse auf Zeitungspapier zerschneiden. Sie färben nämlich enorm ab. In einem großen dicht verschließbaren Gefäß die Nüsse mit dem Schnaps übergießen und 6 Wochen lang warm und sonnig stehen lassen. Die Fensterbank bietet sich dafür sehr gut an. Ab und zu rütteln tut dem Ansatz sehr gut. Der Inhalt verfärbt sich relativ schnell dunkelbraun. Nach dieser Zeit den Inhalt durch einen Kaffeefilter abseihen und Zimt, Anis, Nelken, sowie Vanille-Schote im Ansatz einlegen. Nach 10 Tagen die Gewürze durch ein Sieb entfernen. In einem Topf das Wasser zum Kochen bringen und den Zucker darin rührend auflösen. Abkühlen lassen und mit dem gefilterten Schnaps vermischen. Am besten in kleine saubere und dicht verschließbare Flaschen abfüllen. Mindestens 5 Monate an einem kühlen, dunklen Ort lagern.

Walnuss Likör

Walnuss Likör

Tipp: Der Walnuss-Likör wird traditionell am 1. Advent verkostet. So lange braucht er nämlich um sein Aroma zu entwickeln. Je älter er wird desto besser ist sein Geschmack.

Portionen: 4
Schwierigkeitsgrad: einfach
Zubereitungszeit: 25 Minuten

Zutatenwohlbekomms
6 Stück unreife, grüne Walnüsse
750 ml Obstler (Korn, Zwetschke oder ähnlicher Schnaps)
2 Zimtstangen
6 Nelken
1/2 Vanille-Schote
1 Anisstern
200 ml Wasser
200 g brauner Zucker



Kommentare

Gerd 24. 6. 2015 um 09:19

Das obengenannte Rezept mit 6 (sechs) grünen, unreifen Walnüssen ist gut, dennoch würde es uns interessieren was „passiert“ wenn man nicht 6 nimmt, sondern 20 Walnüsse. Später jedoch mit den vorgegebenen Mengen weitermacht.

Grüße aus dem hohen Norden (auch hier wachsen in unserem Garten wunderschön alte Walnussbäume, und das seit 80 Jahren)


Kaffeedramatiker 14. 2. 2010 um 17:30

@ Susanne:
Dieser grüne Walnuss Likör MUSS mit unreifen Walnüssen gemacht werden. Anders geht es nicht.


Kaffeedramatiker 14. 2. 2010 um 17:29

Das mit dem „Johannistag“ ist nicht entscheiden. Verschiedene Kulturen und Regionen (auch Religionen) haben ihre unterschiedlichen Feiertage, womit sie den richtigen Zeitpunkt im Verbindung bringen. Wesentlich ist allein dass die Frucht nicht soweit ist und die Schale (pericarp)sich verhärtet hat.
Nocino, Vin de Noix, Ratafía und anderen Namen drehen sich um dieselbe „Grüne Walnuss“, nur die Zutaten ändern sich. Allein in Nordspaniens (Catalunya) gibt es Feste hierfür und jeder Familie bringt ihr eigenes Rezept mit.


Susanne 26. 12. 2009 um 18:07

Könnte man diesen Likör auch mit unreifen Haselnüssen machen..???


Buntköchin 30. 11. 2009 um 17:26

@Fabella: Blöderweise habe ich nur den einen Liter gemacht. Weil es ja eigentlich als Experiment gedacht war. Mittlerweile könnte ich schon ein paar Liter zum Verschenken brauchen. Du bekommst nächstes Jahr ein Flascherl. 🙂
@Ulrike: Früchte aus Nachbars Garten sind die Besten. Konnte ich noch nie widerlegen. Du kannst ja deine Kontaktlinsen unter seinem Baum suchen. Zufällig über den Zaun gesprungen. 😉


Ulrike 30. 11. 2009 um 17:23

Da muss ich nächstes Jahr heimlich in Nachbars Garten …


Fabella 30. 11. 2009 um 16:56

ok .. ganz klar .. Du „mußt“ uns jetzt beschenken *überzeugtnick* .. ich hab gar keine Möglichkeit an grüne Walnüsse heranzukommen, geschweige denn mag ich noch ein Jahr warten 😉

Klingt jedenfalls wieder super interessant! Und Dein Foto ist wie immer traumhaft schön!


Buntköchin 30. 11. 2009 um 11:27

@Basler Dybli: Schön, wenn die Ernte im Outlook notiert wird. Das macht sich gut zwischen den geschäftlichen Terminen. Im Winter gibt’s ja auch ganz schöne Sachen zum Trinken. Punsch, Glühwein…
@Lamiacucina: Das ist nichts zum Trinken. Das ist Medizin! 😉
@Susa: Wem der konzentrierte geschmack nicht zu viel ist, der kann sich ruhig einen Becher voll geben. Alkohol ist nur 19,5% drin. 🙂
@Wienermaedl: Euer Baum ist dann später dran als unserer in Wien. Aber in Wien ist immer alles früher reifer als in den nördlichen Gebieten. Das ist mir beim Holler extrem aufgefallen. Bei uns war die Saison vorbei und in Süddeutschland hat’s erst angefangen. Ihr liegt wahrscheinlich mittendrin.
@Claus: Ist auch schwierig, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Man liegt ja nicht jeden Tag auf der Lauer beim Nussbaum und grad im Juni hat man oft anderes Nettes zu tun. 🙂


Claus 30. 11. 2009 um 11:06

Der Nusslikör hat hier bei uns Tradition – ich verpasse fast immer den Zeitpunkt…


Wienermaedel 30. 11. 2009 um 09:51

Ich kenne dieses klassische Nuss-Schnaps Rezept auch, wir haben einen Nussbaum und so kommt man automatisch dazu. Das mit Johanni trifft auch für die schwarzen Nüsse zu, allerdings ist der Reifegrad und nicht das Datum ausschlaggebend, bei uns im Salzkammergut, wo der Nussbaum steht, ist Johanni meist Mitte Juli.

Liebe Grüsse


Susa 29. 11. 2009 um 21:16

Wieso nur eine Schnapsglasmenge? Wegen des schweren Geschmacks oder des Alkoholgehaltes?

Schönen Adevt, wünsche ich Dir!


lamiacucina 29. 11. 2009 um 19:32

mir bleibt nur das Zusehen, da erntefrische Juni-Nüsse derzeit schwer zu beschaffen sind. Macht aber nichts, ich trinke eh keine Liköre 🙂


Basler Dybli 29. 11. 2009 um 19:19

Genau da(s) ist es! Viel davon gehört, mich aber nie konkret nach einem Rezept bemüht. Das Rezept ist nun gespeichert, der „Erntetermin“ im Juni 2010 im Outlook notiert. Nun muss es klappen 🙂
Doch vorerst ist (leider) mal Winter angesagt. Besten Dank für das Rezept!


Buntköchin 29. 11. 2009 um 17:19

@kochend-heiß: Mach das bitte unbedingt! Die Natur schenkt dir mit diesem Nuss-Likör was echt Feines.
@Alex: Ist nicht jedermanns Sache, weiß ich. Musst du auch nicht mögen! 🙂
@Isi: Die auch einen schönen Advent! Und nicht vergessen, einen Nusslikör zu trinken.
@Erich: Nocino Originale kenne ich noch nicht. Aber wenn er so ähnlich ist, dann mag ich ihn. 😉 Die Natur hat sich ein wenig verschoben, am Johannistag könnten die Nüsse vielleicht in Wien schon zu hart sein. Da muss man immer mal am Baum fühlen. 🙂
@Leni: Ich habe es jetzt in die Anzahl der Nüsse umgeändert. Kann es ja jetzt leider nicht mehr nachwiegen. Aber 400 g sind definitiv viel zu viele. Nächstes Jahr wiege ich die Nüsse noch mal ab. Man braucht nicht viele Nüsse für den Likör. 🙂


Leni 29. 11. 2009 um 16:54

Klingt lecker.

Aber: nur 40 gr Nuesse? Vielleicht eher 400 gr? Sonst ist das ja nur eine Nuss 😉

LG, Leni.


Erich 29. 11. 2009 um 16:28

Ja, so ungefähr wie nach Deinem Rezept wird auch der Nocino Originale hergestellt, einschränkend, dass die Nüsse an einem bestimmten Tag geerntet werden müssen, am Johannistag, dem 24. Juni.


Isi 29. 11. 2009 um 12:10

Muss auch erst einen Baum suchen. Aber so einen Nusslikör habe ich auch schon mal probiert und fand den Geschmack auch toll. Sehr schönes Rezept. Dir wünsche ich einen schönen ersten Advent.


barcalex 29. 11. 2009 um 11:52

Schönes Foto wie immer, bin aber leider nun gar kein Schnaps-Fan. Die, die das aber sind, werden mit Sicherheit ihre Freude damit haben.


kochend-heiss 29. 11. 2009 um 09:13

Ich wollte solch einen Likör dieses Jahr auch machen, war aber mit der Ernte der Walnüsse etwas spät dran, weil ich so lange nach einem Baum gesucht habe. Jetzt weiß in welchem Garten einer steht 😉 und nächstes Jahr werde ich dann auch einen Likör ansetzen.


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