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Jamie Oliver

Jamie Oliver – Das britische Küchenwunder

Jamie Oliver ist ein echtes Phänomen. Er gehört zu den beliebtesten TV-Köchen weltweit. Der talentierte Engländer wird überall erkannt und ist quasi der Popstar unter den Köchen. Jamie ist der Inbegriff des erfolgreichen Kochkünstlers, Gastronomen und Kochbuchautors. Mit seiner direkten Art und seiner Begeisterung für einfache und leckere Rezepte ist er bei lernfreudigen Küchenneulingen ebenso beliebt wie bei anspruchsvollen Feinschmeckern. Mit ihm wird Kochen zum Spaß: für jeden nachvollziehbar und erlernbar. Jamie Oliver ist die Gallionsfigur der jungen und modernen Küche, ein wahrer Küchenrevoluzzer. Dabei verwendet er vorwiegend naturbelassene Bio-Produkte und kombiniert das Beste aus der britischen und italienischen Küche miteinander. Obendrein ist der smarte Brite mit dem jugendlichen Aussehen ein notorischer Weltverbesserer. Sein soziales Engagement führt den fünffachen Familienvater mitunter durch das Dickicht englischer Schulkantinen und sogar nach Amerika und Australien. Seine Mission: Kindern und Erwachsenen gesunde Ernährung näherbringen, Familien zum gemeinsamen Kochen inspirieren und weltweit die Fettleibigkeit bekämpfen. Jamie lässt sich nicht beirren. Unermüdlich führt er einen kompromisslosen Kreuzzug gegen schlechtes Essen und ungesunde Ernährungsgewohnheiten.

Der Weg zum Ruhm

Bereits im Kindesalter entdeckt der stets freundlich drauflosplappernde Blondschopf seine Leidenschaft fürs Kochen. Seine Eltern Trevor und Sally führen das „The Cricketers“, ein Pub in Clavering, einem kleinen Nest nahe Cambridge. Im zarten Alter von acht Jahren unternimmt Jamie dort seine ersten Kochversuche. Als Teenager hantiert er fast schon wie ein Profi mit Topf und Kochlöffel. Nach seinem Schulabschluss studiert er am Westminster College in London Hauswirtschaftslehre und durchläuft eine Ausbildung zum Koch. Es folgt ein kurzer Abstecher nach Frankreich. Zurück in England lernt er bei Antonio Carluccio im The Neal Street Restaurant das Konditorhandwerk sowie die Geheimnisse der italienischen Küche kennen. Letztere soll ihn und und seinen persönlichen Kochstil nachhaltig prägen. Im Anschluss an seine Lehrjahre arbeitet er im bekannten Londoner River Cafe. Bei einem BBC Weihnachtsspecial werden die TV-Produzenten von Optomen Television auf den sympathischen jungen Mann aufmerksam. Bald darauf präsentiert Jamie seine erste TV-Sendung „The naked chef“.

Talentierter Purist mit sozialer Ader

Der Titel seiner ersten Sendung und Buchveröffentlichung verspricht nackte Tatsachen, doch es ist nicht Jamie selbst der blank zieht, sondern seine Küche. Die Sendung heißt „nackter Koch“, weil für Jamie weniger mehr ist. Er vertritt eine Art neuen Purismus in der Küche. Der Fokus liegt ausschließlich auf den frischen Zutaten, die Jamie mit einfachsten Mitteln und ohne großen Aufwand zu schmackhaften Gerichten zubereitet. Mit seiner ansteckenden Leidenschaft und seinem mitreißenden Erklärtalent erobert er die Herzen des internationalen Fernsehpublikums praktisch im Sturm. Sein Kochbuch wird zum Bestseller und löst eine Welle der Begeisterung aus. Er wird in die Downing Street eingeladen, um für den britischen Premierminister zu kochen. Kurze Zeit später folgt ein lukrativer Werbevertrag mit einer großen britischen Supermarktkette. Nebenbei beginnt Jamies Karriere als erfolgreicher Gastronom. Nach seinem Wechsel zu Channel 4 eröffnet er sein Restaurant Fifteen in London. Die Kamera von Channel 4 schaut ihm im Rahmen der Sendereihe „Jamie’s Kitchen” dabei ständig über die Schulter. Jamie möchte sozial benachteiligten Jugendlichen die Chance bieten, sich im Fifteen zum Koch ausbilden zu lassen. Der Erfolg der Sendung und mehr noch der Erfolg seiner Schüler geben ihm Recht. Bald schon hat er ein starkes Team von jungen und motivierten Köchen an seiner Seite. Das Fifteen sowie seine Ableger in Amsterdam und in Cornwall gehören bis heute zu den wenigen Restaurants, die jungen Leuten aus sozial schwachen Milieus eine Ausbildung ermöglichen.

Aufstand in der Schulkantine

Bei Channel 4 beginnt Jamie 2005 seine Kampagne „Feed Me Better“, bei der es um eine Verbesserung des Essens in Schulkantinen geht. Begleitet von Kameras dokumentiert Jamie die Situation in den Schulküchen Großbritanniens. Jamies Bemühungen den Schulkindern möglichst günstig leckere und gesunde Mahlzeiten mit einem Nährwert zuzubereiten scheinen zu fruchten. Die Labour Regierung verpflichtet sich nach Ausstrahlung der Sendereihe dazu den Schulen zusätzliche 280 Millionen Pfund für die Schulspeisung zur Verfügung zu stellen. Jamies Kampf für bessere Ernährung beginnt gerade erst. Es folgen „Jamie’s Ministry of Food” und “Jamie Oliver’s Food Revolution”. Er reist quer durch England und nimmt sich des Essens der einfachen Leute an. Mit Herzblut und massentauglichen Rezepten ohne exotische Zutaten möchte er die Menschen, denen er begegner, fürs Kochen begeistern. Sein Trip in die USA ist eine regelrechte Kampfansage gegenüber Fettsucht und Fast Food. Das Ministry of Food-Konzept stößt insbesondere in Australien auf viele offene Ohren. Sogar die jeweiligen Regierungen sind bereit die Bemühungen Jamies finanziell zu unterstützen und richten mehrere u.a. mobile Ministry of Food-Zentren ein.

Überzeugter Umweltaktivist mit Vorbildcharakter

Alles Essbare sollte am besten frisch sein, wenn es nach Jamie geht. Doch wenn es um frischen Fisch geht, zeigt er sich besonders sensibel. Mit seinem Starkollegen Gordon Ramsay und dem mehrfach preisgekrönten Meisterkoch Heston Blumenthal unterstützt Jamie 2011 die Kampagne „The Big Fish Fight“, die auf die Überfischung der Weltmeere aufmerksam machen soll. Statt die Nachfrage nach bestimmten beliebten Fischsorten, wie Thunfisch oder Lachs, weiter anzuheizen und somit zur Minimierung der Fischbestände beizutragen, empfiehlt er in seiner Vorbildrolle als TV-Koch günstige und interessante Alternativen mit weniger bekannten aber im Überfluss vorhandenen Fischsorten. Dieser Ansatz aus einfachen Zutaten etwas Besonderes zu zaubern passt perfekt zu Jamie Oliver. Er ist fest davon überzeugt, dass er die Leute dazu bringen kann ihr Essen radikal zu überdenken. Tatsächlich melden die Supermärkte am Tag nach der Ausstrahlung seiner Specials regelmäßig einen Run auf von Jamie empfohlene Nahrungsmittel. Als er in einem Chicken-Special auf die prekären Bedingungen von Hühnern in Legebatterien aufmerksam macht, werden am folgenden Tag die Regale mit Eiern aus Freilandhaltung leer gekauft. Umweltschutz liegt ihm sehr am Herzen, so findet auch die Aktion Trees for Cities für mehr Grünflächen in Großstädten in Jamie einen engagierten Unterstützer.

Chefkoch

Chefkoch ©iStockphoto/Kondor83

Erfolgreicher Unternehmer und innovativer Produktentwickler

Jamie’s liebstes Projekt ist wohl das Fifteen, doch sein erfolgreichstes Unternehmen ist die Restaurantkette Jamie’s Italian. Mit fünfunddreißig Restaurants u.a. in Australien, Irand, Kanada, Russland, Hong Kong und den Vereinten Arabischen Emiraten ist sie das Musterbeispiel eines international erfolgeichen Franchisekonzepts. Jamie vertreibt außerdem eine sehr erfolgreiche Reihe antihaftbeschichteter Pfannen und anderer Kochutensilien für einen bekannten französischen Kochgeschirrhersteller. Dabei ist Jamie teilweise in die Produktentwicklung involviert. Jamies Gesamtvermögen, welches er aus Shows, Bücherverkäufen, Restaurants und Werbedeals erwirtschaftet hat wird auf eine dreistellige Millionensumme geschätzt. Das ist für einen einfachen Koch aus Clavering, der als Kind an einer schweren Lese- und Rechtschreibschwäche litt, ziemlich beeindruckend.

Auf dem Boden gebliebener Überflieger

Warum ist Jamie Oliver so erfolgreich? Er ist kreativ, unkonventionell und er liebt Essen. Er schätzt frische und leckere Nahrungsmittel und zeigt großen Respekt vor der Materie, mit der er arbeitet, ohne Angst vor ihr zu haben. Ihm beim Kochen zuzusehen ist ein Erlebnis. Jamie beherrscht seine Kunst. Er lässt etwas Mühevolles wie das Kochen wie ein Kinderspiel aussehen. Das Kochen wird bei ihm zur Performance. Seinen Fernsehzuschauern und Lesern vermittelt er dabei das Gefühl, das alles sei furchtbar unkompliziert und er selbst bloß ein ganz normaler Koch, ein Typ „zum Anfassen“. Jamie erzählt, erklärt und beschreibt, gibt Tipps, verrät Tricks und weiht seine Fans so in die hohe Kunst des Kochens ein, die auf einmal gar nicht so hoch erscheint. Als Familienmensch liegt ihm viel daran das Essen mit Freunden und Familie zu teilen. Er möchte die Menschen einander näher bringen. Sie sollen einfach gemeinsam kochen. Das Kochen selbst wird durch ihn zum aufregenden Gesellschaftsspiel, gemeinsames Essen zur Wohltat für Körper und Seele. Dieses Konzept überzeugt. Doch trotz seines frühen Erfolges ist der Engländer auf dem Boden der Tatsachen geblieben, er legt keinerlei Starallüren an den Tag und wirkt immer echt und natürlich. „Ich gebe mich keinesfalls der Illusion hin es gäbe da draußen keine Leute, die mich nicht ausstehen können“, erklärt er nüchtern. Ja, Jamie Oliver ist wirklich ein Phänomen!