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Das hartgekochte Rührei

Es klingt nach einer Erfindung, die niemand braucht – und dennoch wollen sie scheinbar alle haben: Insgesamt 3.620 verschiedene Investoren haben zusammen über 100.000 US-Dollar gesammelt, um ein Projekt wahr werden zu lassen, das skurriler kaum sein könnte: Ein Gerät, das es ermöglicht, Rührei noch im Ei selbst herzustellen.

Das einfachste Gericht der Welt

Manch einer mag die Idee allein schon aus einem Grund für verrückt halten, denn Rührei gehört zu den Gerichten, die nicht nur jeder Student, sondern auch jeder in der Küche noch so unbegabte Mann zubereiten kann. Dabei müssen die Eier noch nicht einmal zuvor gemischt werden, die faule Variante ermöglicht es sogar, dass man die Eier in ihrer Reinform (natürlich ohne Schale) in die Pfanne schlägt und diese dann direkt in dieser miteinander vermischt. Knapp fünf Minuten später ist das Rührei fertig. Der größte Aufwand beim Braten der Rühreier besteht wohl darin, die Eier zu essen. Gut, auch die Pfanne muss gespült werden, aber so richtig zählt das auch nicht zum Kochen.

Das goldene Ei als Weltrevolution

Eine Erfindung aus den Vereinigten Staaten will den sowieso einfachen Prozess jetzt aber noch einfacher machen. Das sogenannte „Golden Egg“ soll die Welt der Rühreier revolutionieren und setzt dabei auf einen ganz einfachen physischen Trick: Zentrifugalkraft. Dadurch, dass das Ei schonend hin und her geworfen wird, vermischen sich Eigelb und Eiweiß miteinander und sorgen schlussendlich dafür, dass ein goldenes Ei oder auch Rührei entsteht. Die Prozedur soll laut den Initiatoren des Projekts nur 15 Sekunden dauern, das schlägt die fünf Minuten Herstellungsprozess des normalen Eis schon einmal deutlich. Aber wie steht es um den Geschmack? Dieser sei „reichhaltig und fein“, unterscheide sich aber leicht von dem von normalen Rührei, erklären die Erfinder. Das sollte niemanden schocken, denn selbst normal produziertes Rührei schmeckt nicht immer gleich.

Wie wird das normale Ei zum goldenen Ei?

Wie bereits erwähnt wird zur Produktion des goldenen Eis auf die Zentrifugalkraft gesetzt. Das funktioniert so: Das Ei wird in ein Plastikbehältnis mit dem Namen „The Golden Goose“ gelegt. Dieses Behältnis besteht aus zwei weichen Schalen, an denen jeweils eine Kordel aus Nylon mit je einem Plastikgriff befestigt ist. Sobald das Ei in die „Kammer“ gelegt ist, wird diese durch ein Scharnier verschlossen. Danach beginnt der eigentliche Spaß: Die Griffe müssen abwechselnd in verschiedene Richtungen gezogen werden. Das funktioniert sowohl horizontal als auch senkrecht oder vertikal. Wichtig ist nur, dass Abwechslung dabei ist, ansonsten scheitert der Prozess. Nachdem das Ei 15 Sekunden durch alle Himmelsrichtungen bewegt wurde, sollten sich Eiweiß und Eigelb verbunden haben.

Der Riesenerfolg bei Kickstarter

Nicht nur die Initiatoren der Kickstarter-Kampagne waren von der Idee begeistert, auch die User zeigten sich von der neuen Variante, Rührei herzustellen, begeistert. Innerhalb kürzester Zeit wurde das eigentliche Spendenziel von 30.000 US-Dollar, das für eine Massenproduktion nötig gewesen wäre, erreicht. Schnell wollten immer mehr Nutzer ihren Anteil leisten, um Teil des Projekts zu werden. Mittlerweile haben mehr als 3.000 Benutzer knapp 115.000 US-Dollar bezahlt, um das „Goldene Ei“ zu ermöglichen. Und das Beste für die Entwickler: Noch ist die Kampagne bei Weitem noch nicht vorbei. Entsprechend ist damit zu rechnen, dass noch deutlich mehr Benutzer Geld geben werden, um sich an dem Phänomen zu beteiligten. Das lohnt sich übrigens auch für die Personen, die das „Rührei im Ei“ finanzieren, denn sie erhalten je nach Spende ein Geschenk von den Entwicklern. Der absolute Renner sind bislang Spenden über 24 US-Dollar, denn dafür erhalten die Finanziers einen eigenen „Golden Goose“, der ihnen im Oktober diesen Jahres geliefert werden soll.

Das hartgekochte Rührei

Das hartgekochte Rührei

Übrigens: Auch für spendablere Spender bietet das Entwicklerteam ein spezielles Package. Wer über 2.300 US-Dollar gibt, das haben bislang zwei Personen getan, erhält nicht nur einen „Golden Goose“, sondern darf darüber hinaus noch 35 Stunden mit dem Entwicklerteam verbringen und sich dabei helfen lassen, eine ähnliche Idee umzusetzen.