Wiener Krautfleisch Rezept

Wiener Krautfleisch

Wiener Krautfleisch

Heute war ein richtig fies regnerischer Tag. Meine Kollegen schlichen völlig energielos mit hängenden Mundwinkeln zwischen ihren Schreibtischen herum. Um nicht auch von diesem Hänge-Virus angesteckt zu werden, machte ich mich früher als sonst aus dem Staub und staute munter die Donau entlang. Zuhause wurde ich dann mit Krautfleisch unserer Wiener Oma überrascht. Genau das Richtige für einen fast herbstlichen Frühjahrstag um neue Kräfte zu tanken. Wiener Krautfleisch ist ein traditionelles Gericht mit böhmischen Wurzeln. Normalerweise isst man in Wien zwei Scheiben rustikales Brot dazu. Kartoffeln sind mir für dieses deftige Essen zu mild im Geschmack. Besonders gut schmeckt es aufgewärmt am nächsten Tag, weshalb man ruhig vier Portionen zubereiten sollte. Eignet sich auch hervorragend zum Einfrieren.



Rezept für vier Energiebedürftige

Schweinefleisch in Würfel schneiden (2 cm). Nicht das Fett entfernen, es ist wichtig zur Geschmacksbildung. Zwiebeln im Topf mit Öl dünsten bis sie glasig sind. Fleisch dazugeben und gemeinsam anbraten. Paprikapulver einstreuen. Ganz kurz mitrösten und mit dem Wasser aufgießen. Lorbeerblätter, Kümmel, Majoran, Knoblauch, Suppenwürfel und einen Spritzer Essig einrühren. Deckel drauf und 20 Minuten bei niedriger Temperatur vor sich hin blubbern lassen. Dann Sauerkraut und Wacholderbeeren beigeben und noch mal 40 Minuten mit Deckel weiterblubbern lassen. Jetzt die Kartoffel reinreiben und noch mal 10 Minuten köcheln lassen. In Tellern oder ausgehöhlten Roggenbrötchen anrichten und mit Petersilie bestreuen. Am besten schmeckt dazu ein Bier.

Zutaten

1/2 kg Schweineschulter, in Würfel geschnitten
500 g Sauerkraut, abgetropft
2 EL Öl
2 Zwiebeln, halbiert und in Scheiben geschnitten
250 ml Wasser
1 Spritzer Essig
2 EL Paprika, edelsüß
2 Lorbeerblätter
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 TL Majoran
1/2 TL Kümmel, ganz
2 Suppenwürfel
7 Stk. Wacholderbeeren
1 Kartoffel
Petersilie, gehackt

Anzeige:

16 Kommentare zum Beitrag “Wiener Krautfleisch Rezept”

  1. Buntköchin sagt:

    @Ellja: Dann gehörst du zur Szegediner-Gruppe. :-) Ja, Sauerrahm ist da drin eh sehr lecker.

  2. Ellja sagt:

    Hab ich schon länger nicht mehr gemacht, könnt ich wieder mal … bei mir muss aber der Sauerrahm unbedingt rein, darauf steh ich ;-)

  3. Buntköchin sagt:

    @Chefkoch Andy: Die Wiener haben das Szegediner wahrscheinlich raffiniert geändert und dann behauptet, sie hätten Krautfleisch erfunden. Oder die Böhmen habens geändert, weiß nicht, hier ist alles ein bisschen östlich fusioniert.

  4. Rico sagt:

    Lecker, einfach nur lecker! Ich möchte auch nicht viel dazu sagen, nur eins: selber kochen und die Gäste werden begeistert sein. Einfach toll!

  5. Muss gestehen, auch ich als gelernter Koch, lerne immer wieder etwas dazu. Hätte jetzt auch gedacht das es sich dabei um ein Szegediner dreht, nur das Du den Sauerrahm und die Paprika aus pers. Gründen einfach weg gelassen hast. Jedenfalls sieht es sehr ansprechend und lecker aus!

    LG Andy

  6. Buntköchin sagt:

    @Petra: Das ist die entwässerne Wirkung vom Sauerkraut. Wirkt anscheinend irgendwie auf die Erdatmosphäre. ;-)

  7. Petra sagt:

    Regen und Sauerkraut scheint sich magisch anzuziehen ;-)

  8. Anikó sagt:

    Also Szegediner Gulasch kenne ich ganz gut (als halbe Ungarin kein Wunder *g*), aber diese Version hört sich auch wirklich gut an, besonders die Idee mit dem Essig und der geriebenen Kartoffel find ich gut. Werde ich nachkochen, wenn das Wetter danach ist :)

  9. Barbara sagt:

    Das Foto ist ja wieder mal bombastisch!

    Ich glaube, das habe ich sogar in Wien mal gegessen, an regnerischen Tagen ist das ein perfektes Essen. Danke fürs Rezept.

  10. Johannes sagt:

    Lecker und eine schöne Idee im Brötchen, überhaupt gibt es hier wunderbare Anregungen. Herzliche Grüße aus Stuttgart

  11. Dani sagt:

    *jummmmmmy* ich liebe Krautfleisch, das bringt mich auf die Idee es wieder zu kochen*gg*, bei uns wir krautfleisch auch szegediner genannt

    lg dani

  12. Buntköchin sagt:

    @Rike: Ja, das Rot muss vom Paprikapulver sein. Ich lass mir das immer von unserer Omi kochen. Bin also der Fremdinformation völlig ausgeliefert.
    @Frank: Szegediner Gulasch habe ich bisher nur in Ungarn gegessen (ist nur eine halbe Stunde von mir entfernt) und da waren immer frische Paprika und Rahm drin. War eigentlich schon anders im Geschmack. Die Wiener bestehen jedenfalls auf ihr eigenes Krautfleisch. So etwas wie Szegediner Gulasch habe ich hier auf noch keiner Speisekarte gesehen.
    @Fabella: Gibt es etwas, was ihr beide gerne esst? Ich koch mal was für euch, wenn dir eine Richtung einfällt.
    @Houdini: Szegediner Gulasch ist einfach ein ziemlich ähnliches Gericht. Wer das eine mag, mag wahrscheinlich auch das andere.

  13. Houdini sagt:

    Bin gespannt auf Deine Meinung bezgl Szegediner Gulasch, ja, und die obige Bemerkung zum Brötchen kann ich unterschreiben.

  14. Fabella sagt:

    Hmmmm das wäre mal etwas für mich. Sieht aus wie Szegediner Gulasch, das ich schon seit ein paar Wochen machen möchte. Aber da stoßen wir dann an die Grenzen meines Männes, Sauerkraut mag er nämlich gar nicht gern – aber soweit ich weiß das einzige Gemüse was er nicht so gern ißt. Toll finde ich wie Du es in die Brötchen gepackt hast, das sieht super klasse aus!

  15. Frank sagt:

    Anhand der Beschreibung und der Zutaten kann ich nur bestätigen: Absolut lecker! Täusche ich mich oder ist Krautfleisch ein Synonym für Szegediner Gulasch?

  16. rike sagt:

    Lecker! es geht nix über Omas Essen!! Leider muss ich das inzwischen immer selber nachkochen. Wo kommt denn die rote Farbe her? Allein vom Paprikapulver?

Beitrag kommentieren