
Rinderbraten in Rotwein
Barmherzigkeit war der Antrieb zu diesem Rotweinbraten. Ein herrenloser Dekanter mit unbekanntem Wein, lieblos in der Ecke stehend, war das Objekt meiner Mildtätigkeit. So ein armes, vergessenes Tröpfchen darf man nicht verkommen lassen. Er wirkte so klein und unscheinbar, dass ich ihn nicht einmal den Strapazen einer Geschmacksprobe unterziehen wollte. Zum Verkochen ist fast alles gut genug. Beim Braten verströmte er einen ausgezeichneten Duft. So gut hatte ein Rotweinbraten schon lang nicht mehr gerochen. Schwierig war es dann am Ende eine Erklärung für den verschwundenen, dekantierten Brunello di Montalcino zu finden. Meine Vermutung: Er ist einfach verdunstet! Zu meiner Verteidigung möchte ich allerdings noch vorbringen, dass bei uns öfter mal verlassene Weine herumstehen, die ohne Antrag verkocht werden dürfen.
Rezept für zwei ausgebratene Samariter
Backofen auf 175°C Umluft vorheizen. Braten waschen und trocken tupfen. Rundherum mit Pfeffer und Salz einmassieren.
Fleisch in einem Bräter sorgfältig von allen Seiten scharf anbraten. Knoblauch, Zwiebel und Rosmarinzweige 1 bis 2 Minuten mitbraten. Deckel auf den Bräter und im Ofen 90 Minuten schmoren. Rotwein und Rindssuppe während dieser Zeit immer wieder portionsweise mit einer Schöpfkelle über den Braten gießen. (z.B. alle 10 Minuten) Ab und zu umdrehen.
Den Braten herausnehmen und warm stellen. Bratensaft durch ein Sieb in einen Topf abseihen und zum Kochen bringen. Ein Drittel vom mitgebackenem Gemüse fein pürieren und mit einem Schneebesen in den Bratenfond einrühren. (ohne die Rosmarinzweige) Sahne, Pfeffer und Salz beigeben. Etwas einkochen lassen und nach Belieben Saucenbinder einrühren.
Braten aufschneiden und etwas Rotweinsauce darübergießen. Als Begleiter passen sehr gut Spätzle und Preiselbeeren.
Zutaten
700 g Rinderbraten (Hüfte)
500 ml Rotwein
500 ml Rindssuppe
100 ml Sahne (Obers)
2 Karotten, groß, in Scheiben geschnitten
3 Zwiebeln, rot, grob gehackt
1 Knoblauchzehe, grob geschnitten
2 Rosmarinzweige
Pfeffer, Salz
Öl zum Anbraten
Spätzle, Preiselbeer-Kompott
Dieses Rezept ist ein Beitrag für das
Garten-Koch-Event Oktober: Trauben & Wein.
@Susa: Wie praktisch, dann hast du ja immer was “Schlechtes” zum Verkochen.


@Alex: Waas, Alkoholallergie? Das gibt es auch? Ist ja total lästig. Du hast mein ganzes Mitgefühl!
@Gourmet: Ist schon gemein, wenn man hungrig einen Braten anschauen muss.
@Kochend-heiss: War doch keine Absicht mit dem Wein.
@Hannes: Braten geht immer!
@Zorra: Neeeeiiiin, keine Kälte wünschen! Das bringt Unglück und Winter!
Ein richtig schönes Winteressen. Wann wird es endlich kalt hier.
*neinichwilleigentlichnochgarkeinekälte*
Herrlich. Herrlich, Herrlich, ich liebe solche Braten!
Ein schöner Rinderbraten ist bei den Temperaturen doch das Beste. Und wie Du mit Deinem Wein umgehst muss mir bei diesem Foto einfach egal sein.
Au schaut das toll aus!! Sehr lecker…wo ich doch heute nicht viel zum Abend gegessen habe
Ich darf zwar kein Alkohol trinken, weil ich allergisch bin, aber zum Kochen kann ich ihn verwenden. Gott sei Dank! Denn so ein Rotweinbraten ist etwas Feines. Und die Flaschen, die ich geschenkt bekomme, landen zwangsläufig in den Kochtopf
Mit sinkenden Temperaturen steigt mein Begehren nach Soßen, Braten, Spätzle. Glücklicherweise beschenken meine Eltern uns immer mit untrinkabaren Wein, der sich gut zum verkochen eignet
@Basler Dybli: Dann hat der Wein ja doch noch seine vorgezeichnete Bestimmung erfüllen können. Das beruhigt mich ungemein.
Ist ja nicht ganz abwegig.
@Arthurs Tochter: Hast recht, bei einer 2 Liter-Flasche, wäre die Verdunstung wesentlich langsamer gewesen. Brunello habe ich noch nie in Riesenflaschen gesehen. Früher war sicher alles besser!
@Jutta: Ich muss mir mal einen Weinkeller mit Jahrhundertweinen anlegen. Damit werde ich dann zur Spitzenköchin.
@Andy: Das kann man nicht so genau sagen. Eventuell beide?
@Rike: Passt wirklich zum Garten-Koch-Event. Ich habe mir das noch nie angesehen, weil ich dachte, das hat etwas mit Gärtnern zutun.
@Lamiacucina: Versuche es doch mal mit einem Wein, der dir nicht schmeckt. Bei manchen Weinsorten etwas schwieriger, aber eigentlich kann man das immer irgendwie schaffen. Und schwupp hast du einen tollen Kochwein! Öfter mal was Neues ausprobieren, ist auch eine Möglichkeit um an Kochweine ranzukommen.
wie macht ihr das bloss ? Nach dem dekantieren und antrinken einer Flasche Wein bleiben mir nie 5 dl Wein zurück.
Ist doch was fürs Garten-Koch-Event! Mir sind solche Tropfen auch mal verdunstet, als der Göttergatte einen guten Tropfen zu den Kochweinen legte… Was soll ich sagen, seither gibt es eine strenge räumliche Trennung für “Trink”- und “Koch”weine
wer hat ihn wohl aufgesaugt? der braten oder die Sauce?
Das ist es ja gerade! Je besser der Wein, der zum Kochen verwendet wird, desto besser das Essen. Du hast es – natürlich ab-so-lut versehentlich – genau richtig gemacht! Ich will auch so ne Scheibe Fleisch.
Also gerade jetzt mit der beginnenden Heizperiode ist so ein Wein aber auch so was von schnell verdunstet. Und außerdem ist auch gar nicht mehr so viel in den Flaschen, wie früher…;)
Das muss bestimmt der Rest vom Wein gewesen sein, den ich zur Überbrückung der Wartefrist auf die geöffneten Gemüseläden mit Peperoni’s – mit hochgelagerten Beinen – getrunken habe