Opernball in Wien! Ein Ereignis, das mich immer daran erinnert, einen Heringsschmaus anzusetzen. Nicht dass ich mit der Seitenblicke-Gesellschaft übers Parkett schweben würde, aber dennoch bietet sich hier ein Anlass meine nicht vorhandene Faschingszeit mit einem traditionellen Katermahl zu beenden. Da ich weder Karneval, Fasching noch Fastnacht praktiziere, habe ich mir die Freiheit herausgenommen, mein Aschermittwochs-Mahl zu jedem beliebigen Zeitpunkt ausgelassen genießen zu dürfen. Wer unbedingt einen dicken Kopf braucht um sich für den Heringsschmaus zu rüsten, darf auch am Abend vor dem persönlichen Aschermittwoch ein paar lustige Alkoholexperimente machen. Die Zufuhr von Fisch und Saurem hilft den ruinierten Elektrolythaushalt einigermaßen zu reparieren. Abstinenzler sind jedoch klar im Vorteil, haben sie doch mehr Energie und Schnellkraft als die geschwächten Kater-Leichen um sich den Teller blitzschnell vollzuhäufen. In Wien sind viele verschiedene Zubereitungsarten von Heringsschmaus üblich. Mit rote Beete, Bohnen, Birnen, Nüssen, Preiselbeeren und vielen anderen Zutaten. Mir ist die traditionelle Apfel-Variante mit Kartoffeln als Beilage am liebsten.
Rezept für den persönlichen Aschermittwoch | 2 Portionen
Sauerrahm, Mayonnaise, Senf und Dill verrühren. Apfel, Gurke und Zwiebel unterrühren. Mit Zitronensaft und Pfeffer abschmecken. Fischfilets in Streifen schneiden und mit der Rahmsauce vermischen. Mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen. Normalerweise braucht der Heringssalat kein zusätzliches Salz, wer jedoch besonders milde Heringe erwischt hat, kann jetzt nochmal mit Salz abschmecken.
Tipp: Ein Heringssalat, der über Nacht im Kühlschrank ruhen darf, belohnt mit einem besonders feinem Aroma.
Zutaten
3 Rollmopsfilets, eingelegte
3 Matjesfilets (falls sie sehr salzig sind,
für ein paar Stunden in Milch einlegen)
1 kleiner Apfel, geschält, entkernt,
in kleine Würfel geschnitten
2 Gewürzgurken, fein gehackt
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1/2 Becher Sauerrahm
2 EL Mayonnaise
1 TL Dijonsenf (oder andere scharfe Sorte)
1 EL frischer Dill, fein gehackt
Zitronensaft
Pfeffer

Dazu brauche ich auch keinen Kater, das könnte ich jeden Tag essen
Allerdings mag ich’s lieber mit echter Gurke statt eingelegter