Steinzeit-Brezeln

Steinzeit-Brezeln

Steinzeit-Brezeln

Wer träumt nicht von saftig weichen Laugenbrezeln frisch vom Backblech? Das ist sozusagen der Klassiker für die Jause, wie mir das kleine Kochbüchlein einer großen österreichischen Supermarktkette verriet. Beim Foto hätte ich eigentlich schon stutzig werden müssen. Das war eindeutig eine Massenbrezel mit Abbruchstellen der Nachbarsbrezeln aus der Fabrik. Jedoch nahm mir die Gier jeglichen Blick für die Wirklichkeit. Ein perfektes Brezel-Rezept für Kinder, die ihre Milchzähne loswerden möchten oder Personen, die Diät halten und das Naschen nicht lassen können. Oder auch für die wenigen Menschen geeignet, die gerne stundenlang an einer kleinen versteinerten Brezel lutschen. In diesem Kochbuch mit dem verlockenden Titel Brettljausn sind sehr viele köstliche Fotos von Gerichten abgebildet, an deren Rezept ich nun leider zweifeln muss. Da hilft auch die Aufschrift traditionell & gut nichts mehr.



Rezept für 24 very, very crunchy Brezelchen

Mehl in eine Schüssel schütten. Eine Mulde reindrücken und die Hefe, ein Drittel der lauwarmen Milch und den Zucker einrühren. Nicht kneten, nur verrühren. Die Schüssel 20 Minuten abgedeckt stehen lassen.

Jetzt das Salz und die übrige Milch dazugeben und alles mindestens 15 Minuten lang verkneten bis ein glatter Teig entstanden ist. Ein sehr gutes Fitness-Training für die Armmuskulatur, denn der Teig ist ziemlich zäh. Backofen auf 200 °C Umluft oder 220 °C Ober-Unterhitze vorheizen. Den festen Teig ca. 1 cm hoch und 30 cm breit mit einem Nudelholz ausrollen. Stränge von 1 cm Breite mit einem scharfen Messer abschneiden und die Schnittkanten mit den Handflächen auf dem Tisch rund rollen. Stränge zu kleinen Brezeln verschlingen und 15 Minuten gehen lassen.

Das Natron mit dem Wasser 10 Minuten lang aufkochen und die Brezelchen mit einem Schaumlöffel für 5-10 Sekunden in die Brezellauge tauchen lassen. Abgetropft mit dem Schaumlöffel auf ein Blech mit Backpapier legen, mit grobem Salz bestreuen und ca. 15 Minuten im Ofen backen. Die Brezeln schmecken in den ersten 10 Minuten sehr gut. Je älter sie werden, und damit meine ich Minuten, desto höher ist der Steinhart-Faktor.

Zutatenliebernicht

500 g Weizenmehl
1 Packung Trockenhefe
1 TL Zucker
250 ml Milch, lauwarm
2 TL Meersalz oder 1 TL handelsübliches Salz
2 l Wasser
2 TL Natron (auch genannt Speisesoda, gibt es im Backmittelregal oder in der Apotheke/Drogerie)
Fleur de Sel oder ein anderes grobkörniges Salz zum Bestreuen

Anzeige:

15 Kommentare zum Beitrag “Steinzeit-Brezeln”

  1. Buntköchin sagt:

    Die musst du erst mal ein paar Tage in Bier einlegen, damit man die essen kann. Ein richtig krasses Brezelgestein. Die Würstl waren eindeutig das Highlight dieses Mahls. Ich glaube, Brezeln selber machen, ist gar nicht so einfach. Da sind die Tiefkühl-Aufback-Brezeln ein wahrer Segen.

  2. gourmet sagt:

    Hmm mit ordentlich Bier gehen die bestimmt gut runter zum Grillen. :) Hab ich noch nie gemacht Brezeln, ist sicher sehr fummelig.

    Ach ja die Würstchen nehm ich dir auch ab!

  3. Susa sagt:

    Och, bei Brezen werde ich auch gierig … und damit blind. Passiert den Besten unter uns ;-)

  4. Erich sagt:

    Bei Steinzeit dachte ich an Vollkornmehl, so blauäugig bin ich. Brezeln wären auch hier gut, aber ich bin noch nicht so lange hier, dass ich eine german bakery suche.

  5. kochend-heiss sagt:

    Bei sowas finde ich es immer gut, wenn man ganz genau weiß dass es am Rezept liegt und nicht an den eigenen Koch- und Backkünsten. Beim nächsten Mal kommen besser Brezen dabei raus.

  6. Jutta sagt:

    Ich hätte sie auch für Knödel genommen. Oder Semmelbrösel draus gemacht.

    Mir kommt die Milch im Teig komisch vor. Ich kenne Laugenbrezeln nur mit Wasser. Und bei der Hefemenge braucht der Teig lange, bis er ausreichend gegangen ist. Auch diese Vorgehensweise mit dem Verrühren eines Teils der Milch mit dem kompletten Mehl ist sehr seltsam. Mich juckt es in den Fingern, das mal zu probieren. Mit längerer Gehzeit und Wasse statt Milch. Aber die to-do-Liste ist ja sooooo lang.

  7. Heidi sagt:

    Schick sie mir, ich mag sowieso keine Brezen;-)))

  8. Buntköchin sagt:

    @Kochschlampe: Geht mir genauso. Steinhart geht überhaupt nicht.
    @Noemi: Gern geschehen, obwohl ich kein freiwilliges Opfer war.
    @Mic: Ich finde es auch toll, dass ich Zähne habe. ;-)
    @Maren: Ich kenne mich überhaupt nicht aus mit Laugenbrezeln. Deshalb kommt mir in dem Rezept auch nichts seltsam vor. Mir fehlte da einfach der Plan und jetzt habe ich erst mal genug von Brezeln.
    @Hannes: Letztes Wochenende habe ich köstliche frische Brezeln in Baden Württemberg gegessen. Die kennen das richtige Rezept eindeutig.
    @arthurs Tochter: Ja, genau. Ich dachte auch: Oh so ein einfaches Rezept, da kann nichts schiefgehen. Wenn das Absicht war, ist es aber echt gemein. Ich vermute, dass das Bild im Kochbuch von einer Bildagentur war und irgendein verschlafener Redakteur hat im Internet ein unerprobtes Rezept rausgefischt. @Milliways: Oh, schade, das mit den Brezenknödeln kommt leider zu spät. Ich habe sie weggeschmissen. Brezenknödel kenne ich gar nicht. Klingt ganz gut. Vielleicht wäre das was für mich.

  9. Milliways sagt:

    Schade, dass die Brezen nichts geworden sind… wenn sie wenigstens geschmacklich ok sind, könntest du sie ja zu Brezenknödel umfunktionieren :-) .

  10. Man ist ja gewohnt, dass Profi-Rezepte von Spitzenköchen oft so ihre (absichtlichen) Fehler haben, aber dann auch noch so ein einfaches Brezenrezept?! Wie gemein und wie gut, dass Du es hier öffentlich machst!

  11. Hannes sagt:

    Oh, Oh, liebe Grüße aus dem Land der Laugenbrezel Baden-Württemberg! Danke für das Opfer, auch das war einmal sehr interessant! Bei allem anderen, das Foto hast Du wieder einmal GENIAL getroffen!

  12. Maren sagt:

    An dem Rezept stimmt einiges nicht, viel zu wenig Natron und außerdem, wieso Natron 10 Minuten aufkochen?

  13. Mic sagt:

    echt schade, gut aussehen tun sie ja. Aber leider liegt mir noch etwas an meinen Zähnen

  14. noemi sagt:

    Danke, dass du dich für uns geopfert hast :-)

  15. KochSchlampe sagt:

    Schade. Ich liebe Laugenbrezeln, bzw. Laugengebäck überhaupt, aber bitte nicht in steinhart sondern in angenehm weich. Mit Butter dazu.
    Danke.

Beitrag kommentieren